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Yoga

Mit Yoga soll ein Zustand der inneren Einheit und Harmonie erreicht werden. Yoga lebt durch die Praxis und durch den Einzelnen. Jeder kann und darf seine Erfahrungen machen und seinen eigenen Weg finden. Besonders wichtig für den Schüler ist in jeder Hinsicht der Yogalehrer, welcher dem Übenden stets mit Rat und gutem Willen zur Seite steht. Yoga folgt einem systematisch gegliederten und zielgerichteten Aufbau.

Anwendung

Yoga kann ab dem Alter von etwa zehn Jahren ausgeübt und leicht erlernt werden. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass der Übende dazu bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen und sich auf die Übungen des Yoga gezielt einzulassen.

Geschichtlicher Überblick

Yoga im traditionellen Sinn hatte seinen Beginn im alten Indien, wo es als Ausdruck des Spirituellen, als eine Möglichkeit, innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden und als ein Weg zu vollkommener Einheit mit sich selbst angesehen und praktiziert wurde. Das Wort "Yoga" bezeichnet in seiner eigentlichen Bedeutung das Anschirren von Zugtieren vor einen Wagen. Hier kann insofern die Verbindung zu den Zielen und Wegen des Yoga gefunden werden, da das Anbinden der Tiere eine Vereinigung der beiden Lebewesen und deren anschließende Zügelung, Lenkung und Kontrolle bedeutet. Dieses Bild lässt sich auf den menschlichen Körper als das "Fahrzeug der Seele" und die menschlichen Sinne als "Zugtiere" umlegen. Es kommt auch beim Yoga zu einer Einheit, im Zuge derer sich der Mensch verwirklichen und zu sich selbst gelangen kann.
Yoga wurde zum Begriff für eine Fülle von Techniken und Praktiken zur Umsetzung des angestrebten Zieles der inneren Einheit. Mittlerweile haben sich verschiedene Yoga-Traditionen herausgebildet, jedoch wird Yoga immer noch von einigen traditionsübergreifenden Grundsätzen bestimmt.
Langsam verbreitete sich die Technik sowie seine praktischen Anwendungsmöglichkeiten bis in den Westen, wo sie im 19. Jahrhundert bereits im mitteleuropäischen Raum praktiziert wurden. Während man beim Yoga anfangs noch an den spirituellen Zielen der indischen Yogis festhielt, entwickelte sich das Yoga später vor allem zu einer Form der Entspannung im Sinne der im Westen vor allem bekannten Körperübungen und Atempraktiken zum Stressabbau.
Ein wahrer Yoga-Boom in den 70er Jahren wurde in besonderer Weise durch das Fernsehen hervorgerufen und unterstützt, sodass Yoga heute als Entspannungsmethode auch in europäischen Ländern sehr bekannt und gefragt ist. Im Sinne einer Erfahrungswissenschaft begannen auch die Praxis und Theorie immer näher zusammenzurücken. So erschien im Jahre 1991 das "Handbuch für Übende und Lehrende", das in Zusammenarbeit mit renommierten Yoga-Forschern und Yogalehrern zu einem Basiswerk für alle Yoga-Interessierten wurde.

Theorie

Yoga geht von der Einsicht aus, dass der Mensch nicht durch äußere Einflüsse, sondern in sich selbst seine Ruhe und Erfüllung finden müsse. Man sollte also an der Quelle der Entstehung unserer Wünsche anfangen zu suchen, demnach liegt der Beginn bzw. der Problemansatz in der Selbsterforschung. So wäre es möglich, Zufriedenheit in uns und nicht durch weltliche Güter zu erfahren.
Yoga steht für "Einheit, Harmonie": Im Prinzipiellen geht es um dreierlei Ziele, die auf unterschiedlichen Fortschrittsstufen vom Übenden durch Yoga erreicht werden können:
• harmonisierende Wirkung: Yoga harmonisiert die Verbindung von Körper, Geist und Seele und verhilft uns zu einem Zustand völliger Entspannung. Blockaden im menschlichen Körper werden abgebaut, was das unbehinderte Fließen der Lebensenergie (Prana) zur Folge hat. Körperliche Störungen des Wohlbefindens können so sehr leicht beseitigt werden und der gesamte Bewegungsapparat wird gestärkt. Besonders bei Rückenproblemen ist Yoga sehr hilfreich zur Lösung von Verspannungen und Zerrungen, es verhilft zu neuer Energie, Vitalität und erheblich verbesserter Konzentration.
• Erweckung schlafender Fähigkeiten: Neben der beschriebenen Harmonisierung des Körpers ist es möglich, durch Yoga auch Kreativität, Ausstrahlung, Charisma etc. zu entwickeln. Nach langer Übung soll man imstande sein, das Kreisen der Lebensenergien in den Chakras (Energiezentren) und Nadis (Energiekanälen) bewusst wahrzunehmen und zu steuern.
• Vereinigung mit dem wahren Selbst und Erweiterung des Bewusstseins: Dieses ist das erstrebenswerteste Ziel im Yoga, die Einheit mit dem Selbst und dem Göttlichen, dem kosmischen Bewusstsein. Yoga soll zur wahren Liebe und zu einem Gefühl der Einheit mit allem auf der Welt führen, zu einem Zustand unbeschränkter Glückseligkeit.

Da die Lehre des Yoga davon ausgeht, dass alles auf der Welt beseelt und von einem inneren Geist bestimmt ist, kann Yoga helfen, auch die verlorengegangene Beziehung zu diesem Verständnis der Welt wiederherzustellen.

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